Fotograf schaut aus Flugzeugfenster

2019 – Wichtige Neuerungen für Fotografen & Fotografinnen

Das neue Jahr bringt einige neue Gesetze und Regelungen, die auch Fotografinnen und Fotografen betreffen. Wir informieren Sie über die wichtigsten Neuerungen – von visuellen Trends über neue Features in den sozialen Medien bis zu Änderungen im Urheberrecht.

Visuelle Trends 2019

Bilder spiegeln wie kein anderes Medium den gesellschaftlichen Wandel wider. Zum dritten Mal in Folge hat Adobe Stock die Frage aufgeworfen, welche großen Themen das kommende Jahr prägen und die visuelle Kommunikation von Designern und Marken beeinflussen werden.

Welche Wechselwirkung besteht zwischen gesellschaftlichem Wandel und Bildsprache? Mit den Visual Trends möchte Adobe Stock der kreativen Community helfen, neue Tendenzen zu erkennen – für maximale Inspiration im neuen Jahr.

Dafür hat sich das Adobe-Stock-Team auf der ganzen Welt umgesehen und vier zentrale Aspekte in den Bereichen Technologie, Natur, Lifestyle und Gesellschaft ausgemacht, die uns im kommenden Jahr beschäftigen und inspirieren werden: Natural Instincts, Creative Democracy, Disruptive Expression und Brand Stand.

Bilder aus diesen Bereichen könnten sich also im neuen Jahr besonders gut vermarkten lassen. Und was den Urheberschutz betrifft, geben unsere Experten bei Copytrack für solche Trend-Bilder Entwarnung: Unserer Erfahrung nach sind die Bilder, die am häufigsten illegal genutzt werden, nicht unbedingt die Bestseller, sondern eher „Überraschungshits“ – also Aufnahmen mit unerwarteten, außergewöhnlichen Sujets. Aber man weiß natürlich nie … Besser man geht auf Nummer sicher und lässt alle Bilder prüfen.

Hier stellen wir Ihnen die vier großen Visual Trends 2019 vor:

Frau aug Berg Blick in die Ferne der Natur

Der Topos Natürliche Instinkte bezeichnet die Rückbesinnung auf die Natur, die sich viele wünschen. Das gesteigerte Umweltbewusstsein bezieht sich auf viele Lebensbereiche – darunter Konsum, Schönheitsindustrie, Wohnen und die Art, wie wir anderen begegnen oder inneren Ausgleich suchen. Laut Adobe Stock werden demnach in Zukunft Bildgeschichten gefragt sein, die um das körperliche, emotionale und spirituelle Wohlbefinden kreisen. Nachhaltigkeit, Fairness und Transparenz sind die Schlüsselbegriffe.

Kreative Demokratie lebt von authentischen, weitgehend unbearbeiteten Bildern mit facettenreichen Motiven. Heute werden Bildwelten nicht mehr nur von Profis gestaltet – jeder kann seine Fotos und Videos auf Instagram präsentieren. Das erzeugt für eine vielfältige Bildästhetik und verändert mit emotional bewegenden Bildern sowohl die gesellschaftliche Wahrnehmung als auch die Markenkommunikation.

Portrait: Frau steckt Zunge raus

Das Konzept der disruptiven Selbstentfaltung steht für eine neue Ästhetik des Protestes. Immer mehr Menschen verschaffen ihrer Stimme Gehör – zum Beispiel bei Demonstrationen: Bilder extremer Selbstdarstellung, die sich von der Masse abheben, durchdringen die sozialen Netzwerke. Marken nutzen diese Ausdrucksformen und greifen die Bildsprache des Protestes auf – ob in Schaufenstern oder Modekollektionen.

Markenstandpunkte werden laut Adobe Stock 2019 ein weiteres großes Thema sein: Ethik und Verantwortungsbewusstsein bekommen bei Konsumenten einen immer höheren Stellenwert. Die Generation Z wünscht sich mehr als Produkte. Sie vertraut vor allem Unternehmen, die gesellschaftliche Werte vertreten und sich zu Transparenz bekennen. Verantwortungsbewusstsein soll sich dabei nicht nur in Worten, sondern auch in Taten äußern. Damit einher geht eine veränderte Form der Bildkommunikation – etwa die Darstellung der bedrohten Schönheit der Unterwasserwelt in der Kollektion der Ocean Agency.

Markenbewusstsein. Alte Verpackungen zum Herz geformt

Welche Social Media Neuerungen erwarten uns 2019?

► Flickr: nur noch 1000 Fotos und Videos gratis

Die Foto-Plattform Flickr schränkt ihr kostenloses Angebot ein: Statt einem Terabyte Speicherplatz wird es künftig ein Upload-Limit von 1000 Fotos und Videos geben. Die Beschränkung gilt seit dem 8. Januar 2019. Nur noch zahlende Pro-Nutzer können unbegrenzt viele Bilder hochladen.

Überschüssige Inhalte werden ab dem 5. Februar gelöscht, die ältesten Uploads verschwinden zuerst. Das betrifft jedoch laut Flickr nur drei Prozent der nicht-zahlenden Mitglieder. „Wir glauben, dass dies der richtige Weg ist, um eine nachhaltige Zukunft für Flickr und unsere Community zu gewährleisten“, schreibt Andrew Stadlen, VP of Product bei Flickr.

► Das ändert sich 2019 bei Snapchat, Instagram, WhatsApp & YouTube

Auch bei Snapchat, Instagram und Co. ändert sich im neuen Jahr einiges. Die großen Social-Media-Konzerne arbeiten an neuen Designs, innovativen Funktionen und verbesserten Nutzererlebnissen. Auf was dürfen wir uns 2019 freuen?

Snapchat muss rentabler werden und will seine Zielgruppe erweitern. Der Messenger wendet sich deshalb künftig nicht mehr nur an jüngere Nutzer. Außerdem soll die internationale Reichweite erhöht werden, damit mehr User aus anderen Ländern den Dienst nutzen. Ein Kinofilm über den Snapchat-Gründer Evan Spiegel soll zusätzlich mehr Publicity bringen.

Icon Ansicht Instagram

Instagram arbeitet offenbar an einem neuen Look. Eine neue Wischfunktion von links nach rechts statt des Scrollens von oben nach unten wurde allerdings sofort wieder verworfen, nachdem ein Testlauf nicht die erhoffte positive Resonanz gebracht hat. Jedenfalls dürfte 2019 deutliche Veränderungen des Interfaces bringen. Wir sind gespannt!

Ansicht Whatsapp Icon

WhatsApp-Nutzer können sich im neuen Jahr über zwei neue Funktionen freuen: In Gruppenchats wird es künftig die Funktion „Private Nachricht“ geben. Damit kann man gezielt dem jeweiligen Chatpartner schreiben.

Ein neuer „Dark Mode“ schont den Akku und die Augen. Mit diesem Feature lässt sich die Farbe der Oberfläche auf Schwarz ändern. Außerdem wird es in Zukunft auch bei WhatsApp möglich sein, mehrere Sprachnachrichten hintereinander abzuspielen, ohne dabei immer den „Play“-Button drücken zu müssen.

Nicht so erfreulich: Ab Februar erscheint im Statusbereich Werbung, womit das größte Versprechen der WhatsApp-Gründer gebrochen wird. Die Chats bleiben aber erst mal werbefrei.

Icon Ansicht YouTube

Was YouTube betrifft, wird das neue Jahr nicht so schlimm wie befürchtet: Der berüchtigte Artikel 13 der EU-Urheberrechtsreform ändert für Nutzer kaum etwas. Für YouTuber wird es durch die neuen Prüfungen zwar etwas komplizierter, aber Artikel 13 bedeutet nicht das Ende des beliebten Streaming-Dienstes. Und für User gibt es noch eine erfreuliche Neuerung: Die Eigenproduktionen, die bisher nur YouTube-Premium-Abonnenten angezeigt wurden, können ab Januar alle YouTube-Nutzer kostenfrei sehen – allerdings mit Werbeeinblendungen.

Wird 2019 das Jahr des Social Detox?

2019 könnte das Jahr werden, in dem die Social-Media-Entschlackung weiter um sich greift. Apple zeigt seinen iPhone-Nutzern ja mittlerweile an, wie viel Zeit sie online verbringen. Vielleicht führt das dazu, dass viele User künftig bewusster mit ihrer digitalen Zeit umgehen und das Handy auch mal ausschalten.

Das Vertrauen in Social Media sinkt laut dem Edelman Trust Barometer Global Report 2018 deutlich – vermutlich nicht zuletzt wegen mangelnder Objektivität und politischer Einflussnahme: Nur 41 Prozent aller Befragten deutschen Nutzer gaben an, noch Vertrauen in Social Media zu haben.

Die Popularität von Facebook hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert. Die Folge: Immer mehr Nutzer ziehen sich in private Räume zurück: Messaging-Dienste wie WhatsApp werden wichtiger und der Gruppenchat mit Freunden und Bekannten ersetzt mehr und mehr das öffentliche Posten auf Facebook oder Twitter. Das erscheint vielen sicherer und man kann seine Privatsphäre auf diese Weise besser schützen.

Durchschnittliches Vertrauen in Medien
Deutsche Nutzer 41%
Amerikanische Nutzer 43%
Japanisch Nutzer 37%

2018 Edelman Trust Barometer © 2018 Edelman, Inc. All rights reserved.

Auf Facebook liegen Gruppen im Trend: Gleichgesinnte mit speziellen Interessen vernetzen sich – gern auch lokal. Gruppen verzeichnen eine höhere Aktivität und ein größeres Engagement ihrer Mitglieder als Facebook als Ganzes. Die Updates auf der Plattform signalisieren eine radikale Neuausrichtung. So wird es künftig noch mehr um soziale Interaktion als um Information gehen.

Professionelle Social-Media-Netzwerke wie Linkedin oder Xing werden immer populärer, denn sie sind bislang von Spam und politischer Propaganda weitgehend verschont geblieben. Auch WhatsApp wird sich als Business Communication Tool etablieren: Große Unternehmen wie BASF, Telekom oder Lufthansa machen es vor: Wer möchte, kann regelmäßig Pressemitteilungen, Informationen zu Projekten oder Employer-Inhalte über WhatsApp empfangen.

Besonders interessant für FotografInnen: Wer sich die Share of Visits je nach Social Network anschaut, wird feststellen, dass die visuellen Medien auf der Überholspur sind. Seit 2017 stagnieren Facebook und Twitter, während Pinterest, Instagram und YouTube kräftig zulegen. Pinterest hat inzwischen sogar Twitter überholt. Der Ausblick auf 2019 zeigt also eindeutig in Richtung weniger Text, mehr Bild! Statt nach Informationen sucht der User heute nach Erlebnissen und Emotionen. Gute Aussichten für Bildkünstler!

► Nicht ganz so schöne Aussichten für Facebook

Facebook muss sich wohl warm anziehen im neuen Jahr: Das Kartellamt will sein Verfahren gegen Facebook in Kürze beenden. Es wirft dem US-Konzern Marktbeherrschung vor: 

„Wir werden Anfang 2019 eine Entscheidung zu Facebook verkünden. Wir meinen, dass Facebook den relevanten Markt beherrscht", so der Kartellamtschef Andreas Mundt in der „Rheinischen Post".

„Wir prüfen, ob das Unternehmen den Kunden unangemessene Geschäftsbedingungen aufzwingt und durch die Art und Weise, wie Daten gesammelt und genutzt werden, seine Marktmacht zulasten der Kunden missbraucht." Facebook sei keine gemeinnützige Veranstaltung, die Kunden zahlten mit ihren Daten und mit Aufmerksamkeit für Werbung und Anzeigen. „Wenn die Daten der Nutzer nun stärker genutzt und erhoben werden, als vielen Bürgern bewusst ist, kann man dies als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung bewerten.

Last but not least: Das EU-Urheberrecht kommt 2019!

EU Flagge Foto

Bald ist es soweit: Die freie Verbreitung von Inhalten im Internet wird durch Upload-Filter gebremst: Eine Mehrheit der Abgeordneten des EU-Parlaments stimmte für den „Schleier“ und ein Leistungsschutzrecht.

Betreiber von Internetplattformen müssen künftig vor dem Upload jedes Bild, jede Tonaufnahme und jedes Video prüfen. Zeigt das System eine Urheberrechtsverletzung, muss das Hochladen unterbunden werden. Das gilt für Anbieter wie Youtube und alle anderen Seiten, die von Nutzern erstellte Inhalte anbieten.

Mit diesem Artikel 13 der Gesetzesvorlage will das Parlament Autoren, Filmemacher, Fotografen, Journalisten und Musiker in Europa davor schützen, dass ihre Werke ohne ihre Zustimmung bei YouTube und Co. hochgeladen werden. Zur Zeit reagieren die Betreiber erst nach Beschwerden der Rechteinhaber.

Eine zweite wesentliche Komponente des neuen Urheberrechts ist Artikel 11: 

Nachrichtenplattformen wie Google News sollen in Zukunft die Arbeit der Presseverlage nicht mehr ohne Lizenz übernehmen. Sie dürfen Überschriften oder Textschnipsel nicht mehr unlizenziert in ihre Links einpflegen, um eigene Nachrichtenüberblicke zu erstellen, die anschließend mit eigenem Werbeplatz verwertet werden – eine Praxis, die Verlegerverbände in ganz Europa schon lange kritisieren.

Gegen die umstrittenen Vorschläge hat eine breite Koalition rund um die Piratin Julia Reda gekämpft, die in der Fraktion der Grünen im Europaparlament sitzt. Der beschlossene Entwurf ist Ergebnis eines jahrelangen Tauziehens. Anstoß für die Reform war ein Vorschlag des EU-Digitalkommissars Günther Oettinger (CDU), der das Ziel hatte, die Position der Presseverlage und anderer Rechteinhaber zu stärken. Eine Einigung mit den EU-Staaten über die neuen EU-Richtlinien für die Urheberrechtsreform ist noch vor der Europawahl im Mai 2019 möglich.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2019 mit spannenden Erlebnissen und großartigen Fotos – ob natürlich, authentisch, demokratisch, emotional, verantwortungsbewusst oder einfach nur schön! Und wenn Sie wissen wollen, wer 2019 Ihre Bilder illegal nutzt, wissen Sie ja, an wen Sie sich wenden können: Copytrack ist Ihnen gern bei der Online-Suche behilflich.

Geschrieben von Daniela Mohr

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

Geklaute Bilder
online finden

Mit Copytrack finden Sie schnell und einfach heraus, wo im Internet Ihre Bilder verwendet werden. Die Anmeldung dauert nur 2 Minuten.

Über Copytrack

COPYTRACK wurde 2015 von Marcus Schmitt gegründet. Unser Service richtet sich an Fotografen, Verlage, Bildagenturen und E-Commerce-Anbieter und ermöglicht das kostenfreie Aufspüren von geklauten Bildern im Internet sowie die internationale rechtliche Durchsetzung.

Sind Sie
Fotograf?

Wir setzen uns für eine faire Bezahlung von Fotografen, Bildagenturen und Verlagen ein. Nutzen Sie Copytrack, um illegal genutzte Bilder kostenfrei im Internet zu finden und rechtlich gegen Copyright-Verstöße vorzugehen.