How to use Free Images

Kostenlose Bilder von Unsplash & Co.: Das sollten Sie wissen!

Unzählige Bilder werden im Internet genutzt – ob zur Illustration eines Artikels oder zum Verschönern des eigenen Webauftritts. Fotos lockern den Text auf, sorgen für eine attraktive Optik und sind auch aus SEO-Sicht nützlich. Deshalb werden sehr gern kostenlose Stockfotos verwendet. Laut einer Umfrage von Selbststaendig-im-netz.de nutzen 30 Prozent der befragten Leser kostenlose Fotos aus dem Netz. Drei Prozent gaben an, einfach irgendwelche Bilder aus dem Netz zu verwenden.

Webseiten wie Pixabay, Pexels und Unsplash versprechen professionelle Stockfotos zum Nulltarif. Auch eine Urheber-Nennung ist bei diesen Bildern nicht notwendig. Die Plattformen sind meistens sehr professionell gestaltet: Man kann nach bestimmten Fotos suchen oder sich inspirieren lassen und innerhalb verschiedener Kategorien suchen. Die Bilder sind oft sogar in Originalgröße verfügbar und sehen wirklich gut aus. Ist doch super – aber fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Tatsächlich sollte man gerade bei Plattformen, die Bilder zur kostenlosen Nutzung anbieten, besonders vorsichtig sein. Längst nicht jedes vermeintlich lizenzfreie Foto darf auch wirklich uneingeschränkt genutzt werden.

Alle Themen im Überblick

Was sind Pixabay, Pexels und Unsplash?

Wenn man nach kostenlosen Bildern sucht, stößt man schnell auf Fotoportale wie PixabayUnsplash und Pexels – Fotoplattformen mit Public-Domain-Bildern. Der Service von Pixabay beispielsweise wurde 2010 in Deutschland gegründet und bietet etwa 1,4 Millionen gemeinfreie Bilder, Illustrationen und Videos zum kostenfreien Download an.

Urheber können auf Plattform wie Pixabay, Unsplash oder Pexels ihre Bilder also kostenfrei hochladen und sie anderen Nutzern kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Nutzer der Plattform gehen dem zu folge also davon aus, dass alle Bilder auf Pixabay „abmahnsicher“ sind.

Das Problem bei Plattformen, die Fotos vermeintlich „kostenlos“ einstellen: Sie verfügen oft gar nicht über die dafür erforderlichen Rechte. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Fotos nicht von den Fotografen selbst eingestellt werden, sondern von Nichtberechtigten. Der Fotograf ist Urheber des Fotos und damit derjenige, der über die Nutzung entscheiden darf. Es kommt aber vor, dass Unbekannte Fotos ohne Berechtigung des Urhebers auf Plattformen im Netz hochladen.

Wenn der Anbieter nicht über die Nutzungsrechte für das Bild verfügt, kann es für denjenigen, der solche Fotos nutzt, teuer werden. An den folgenden Kriterien können Sie erkennen, wann Vorsicht geboten ist.

Was muss ich bei der Nutzung von kostenfreien Bildern von Pixabay und Unsplash beachten?

Vorsichtig sollten Sie sein, wenn professionelle Fotos kostenlos zur uneingeschränkten – auch gewerblichen Nutzung – angeboten werden. Da qualitativ hochwertige Fotos mit viel Aufwand erstellt werden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie kostenlos angeboten werden. Bei gewerblichen oder kommerziellen Nutzungen verlangen Fotografen für die Nutzung ihrer Bilder normalerweise eine angemessene Vergütung – schließlich ist der Verkauf ihrer Werke ihr Geschäftsmodell.

► Fotos von anonymen Nutzern

Auf Pixabay.com und ähnlichen Plattformen können Bilder ohne Überprüfung der Identität, nur mit Angabe eines Nutzernamens und einer E-Mail-Adresse hochgeladen werden. Da keine Überprüfung erfolgt, weiß man nicht, ob der Uploader überhaupt berechtigt ist, das Bild hochzuladen. Die Anonymität auf diesen Plattformen öffnet einem Missbrauch also Tür und Tor. Wer die Rechte nicht besitzt, kann natürlich auch anderen die Nutzung nicht freistellen. Wer ein Bild von einer solchen Plattform nutzt, könnte die Rechte des Fotografen verletzen und dafür zur Verantwortung gezogen werden.

► Professionelle Fotos ohne Urhebernennung

Zwar steht es jedem Fotografen frei, auf eine Namensnennung – also den Copyright-Vermerk – zu verzichten. Das ist allerdings ungewöhnlich, weil Fotografen zum einen  von den Lizenzgebühren leben und zum anderen die Urhebernennung zu Werbezwecken nutzen. Sie steigern dadurch ihren Bekanntheitsgrad und kommen leichter an Folgeaufträge. 

► Plattformen mit Haftungsausschluss

Seriöse Fotoagenturen gewährleisten, dass die Nutzung des Fotos im Umfang der eingeräumten Lizenz zulässig ist und dass die Rechte Dritter nicht verletzt werden. Wenn solche Garantieklauseln in den AGB fehlen, sollten Sie hellhörig werden. Dann hat die Plattform vermutlich nicht geprüft, wer der Rechteinhaber ist. In den Nutzungsbedingungen heißt es dann zum Beispiel: „Der Uploader ist für seine hochgeladenen Bilder selbst verantwortlich.“ Solche Klauseln übertragen die Verantwortung für die rechtmäßige Verwendung der Bilder dem Nutzer. Im Fall eines Rechtsstreits kann er haftbar gemacht werden. Dann wird ein vermeintlich kostenfreies Bild ziemlich teuer.

► Fotos unter der Creativ-Commons-Lizenz CC0

Die CC0-Lizenz ist die liberalste Form der Creative-Commons-Lizenzen. Sie gestattet sämtliche, denkbare Verwendungen – bis auf das Copyright im Bildinhalt, etwa bei Markenzeichen im Bild oder bei der Darstellung von Personen, die nicht auf ihre Rechte am Bild verzichtet haben. Die Creative-Commons-Lizenz CC0 sorgt für eine rechtlich sichere Basis zwischen Urheber und Nutzer. Man spart viel Geld und muss sich nicht um lästige Kennzeichnungen kümmern.

Bei der sogenannten CC0-Lizenz verzichtet nämlich der Fotograf als Urheber komplett auf seine Rechte an dem Foto und auf eine Namensnennung als Urheber. Das Bild kann also uneingeschränkt genutzt werden – auch gewerblich und kommerziell. Das ist rechtlich möglich, bei hochwertigen oder professionellen Fotos allerdings eher ungewöhnlich. Der Fotograf hat in dem Fall ja keinerlei Nutzen von seiner Arbeit und wird weder reich noch berühmt.

► Besondere Vorsicht bei Fotos mit Personen

Bei Bildern, auf denen Personen zu sehen sind, muss man besonders aufpassen. Die Rechte an solchen Bildern liegen nicht nur beim Fotografen, man braucht für die Veröffentlichung auch die Zustimmung der abgebildeten Personen. Mag sein, dass der Urheber des Fotos auf seine Rechte verzichtet – die abgebildete Person hat jedoch Persönlichkeitsrechte, die nicht verletzt werden dürfen. In der Regel wird es mit den Personen keinen schriftlichen Modelvertrag (auch bekannt als Model Release) geben, der festlegt, wer das Bild in welchem Umfang nutzen darf. Dann ist meistens auch unklar, ob abgebildete Personen mit einer Veröffentlichung einverstanden sind.

Pixabay weist in den Nutzungsbedingungen ausdrücklich darauf hin: „Da Pixabay nicht für jede identifizierbare Person auf hochgeladenen Bildern einen schriftlichen Modelvertrag einfordert, können wir nicht dafür garantieren, dass die Bilder für jede beliebige Anwendung eingesetzt werden dürfen. Sofern ein Modelvertrag für ein Bild vorliegt, übernehmen wir keine Haftung für dessen Gesetzmäßigkeit und Gültigkeit.“

Wenn es um die Rechte Dritter geht, können auch Bilder problematisch sein, auf denen Logos, Marken oder geschützte Objekte zu sehen sind. Zahlen muss im Zweifelsfall auch hier der Nutzer.

► Probleme durch die internationale Nutzung

Pixabay ist ein deutsches Projekt mit internationaler Ausrichtung. Nutzer aus aller Welt können Bilder hochladen und verwenden. Das führt zu weiteren Komplikationen, weil es international unterschiedlich lange Schutzfristen im Urheberrecht gibt. Welches Recht angewendet wird, hängt von den internationalen Abkommen und den sich daraus ableitenden nationalen Rechten ab.

Welche Konsequenzen drohen bei Nutzung unlizenzierter Bilder?

Wer Fotos von Anbietern nutzt, bei denen das Foto ohne Erlaubnis des Urhebers abrufbar war, verletzt die Urheberrechte des Fotografen. Kommt es zu einer rechtlichen Auseinandersetzung, muss der Nutzer nachweisen, dass er die erforderlichen Rechte vom Urheber erworben hat. Der Urheber kann auf Unterlassung und Schadenersatz klagen und es drohen Beseitigung-, Unterlassungs-, Kostenerstattungs- und Schadenersatzansprüche. Man kann sich nicht darauf berufen, das Bild in dem Glauben heruntergeladen zu haben, es sei kostenlos.

„Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ – das Sprichwort bringt es auf den Punkt und gilt auch für das Urheberrecht: Das deutsche Recht verlangt, dass derjenige, der ein fremdes Foto nutzen will, sich vorher Gewissheit darüber verschaffen muss, dass er dazu berechtigt ist. Es genügt nicht, sich auf Zusagen seines Vertragspartners zu berufen. Derjenige, der das Foto nutzen will, ist verpflichtet, die gesamte Rechtekette bis zurück zum Urheber zu überprüfen. Die Verwendung „kostenloser“ Bilder kann sonst ziemlich teuer werden!

Der Nutzer der Plattform hat zwar möglicherweise Schadenersatzansprüche gegenüber der Plattform, wenn sich herausstellt, dass eingestellte Bilder gar nicht „lizenzfrei“ sind und illegal hochgeladen wurden. Ob und in welchem Umfang er die Plattform in Regress nehmen kann, hängt aber von den Umständen des Einzelfalls ab. Besser, man lässt es nicht soweit kommen!

Unsere Tipps zum Schutz vor Kostenfallen

1. Bleiben Sie bei „kostenfreien“ Bildern skeptisch

Bei der Nutzung von Bildern von Pixabay und ähnlichen Plattformen ist man nicht vor einer Abmahnung sicher. Mit unserer Copytrack-Bildersuche suchen wir im Auftrag von Fotografen weltweit nach unrechtmäßig genutzten Bild-Duplikaten im Internet. Dabei stellen wir immer wieder fest: Unzählige dieser Bilder werden illegal zum kostenlosen Download angeboten. Das ist nicht nur ärgerlich für die Urheber, es kann auch für die Bildnutzer böse Folgen haben. Je nach Bild, Nutzungsdauer und Lizenzpraxis des Fotografen kann das vermeintlich kostenlose Bild plötzlich mehrere tausend Euro kosten, denn auch ein Fotograf möchte für seine Arbeit entlohnt werden.

2. Lesen Sie unbedingt die AGB

Ja, auch das Kleingedruckte! Schaut man sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Unsplash.com an, zeigt sich zum Beispiel, dass es sich bei den Bildern um „User Generated Content“ handelt. Die Plattform Pexels übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Pexels-Lizenz. Laut den AGB werden Nutzer zwar gebeten, die Bilder korrekt hochzuladen, aber es gibt keine Prüfung der Urheberschaft. Im Klartext heißt das: Jeder kann dort irgendwelche Bilder hochladen, ohne der Urheber zu sein oder die Nutzungsrechte zu besitzen.

3. Erwerben Sie besser kostenpflichtige Bilder

Wenn Sie bei der Bildnutzung auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie ein Bild vom Fotografen direkt, bei einem Stock-Anbieter oder bei einer Bildagentur erwerben. Heutzutage gibt es bereits viele Anbieter, deren Bilder nur wenige Euro kosten und dennoch eine gute Qualität bieten.

4. Speichern Sie erworbene Lizenzen ab

Auch Fotografen können im großen Bildermarkt den Überblick verlieren und Sie vielleicht zu Unrecht anschreiben. Aus diesem Grund sollten Sie den Erwerb der Bilder inklusive der dazugehörigen Lizenz immer dokumentieren. Speichern Sie hierfür den Bildnamen, die Lizenzbedingungen und das Datum des Bilderwerbs sicher ab.

Werden meine Bilder auf Unsplash, Pixabay oder ähnlichen Seiten unerlaubt kostenfrei zum Download angeboten?

Falls Sie vermuten, dass Ihre Fotos im Internet illegal verwendet werden, nutzen Sie unsere kostenfreie Bildersuche oder unsere manuelle Falleinreichung: Unsere Experten haben bereits viele Fälle in über 80 Ländern durchgesetzt und unterstützen auch Sie gerne bei der Durchsetzung Ihrer Rechte.

Geschrieben von Dr. Daniela Mohr

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Über Copytrack

COPYTRACK wurde 2015 von Marcus Schmitt gegründet. Unser Service richtet sich an Fotografen, Verlage, Bildagenturen und E-Commerce-Anbieter und ermöglicht das kostenfreie Aufspüren von geklauten Bildern im Internet sowie die internationale rechtliche Durchsetzung.

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