Mann schaut mit Fernglas durch Jalousie

Die Google-Bildersuche ► Fluch oder Segen?

Wie praktisch: Über Google kann man nicht nur nach Webseiten, sondern auch nach Bildern suchen. Zum Beispiel nach Fotos vom nächsten Urlaubsziel, Bildern für den eigenen Internetauftritt oder Illustrationen für eine Präsentation. Google zeigt Millionen von Bildern, die öffentlich leicht zugänglich sind. Den folgenden spannenden Fragen und Neuigkeiten rund um die weltweit am häufigsten genutzte Bilder-Suchmaschine sind wir einmal nachgegangen:

Bild Googlebildersuche

Darf ich Bilder aus der Google Bildersuche benutzen?

Viele Internetnutzer sind verunsichert, ob man Bilder aus dem Internet einfach übernehmen darf. Eine weit verbreitete Überzeugung ist, dass bei Google alles kostenfrei zur Verfügung steht. Da heißt es dann: „Wir verwenden ausschließlich kostenlose Bilder von Google.“ Oder auch: „Wir dachten, die Bilder bei Google gibt es umsonst.“

Tatsächlich ist bei der Nutzung von Bildern, die mittels Suchmaschinen gefunden werden, immer davon auszugehen, dass sie urheberrechtlich geschützt sind. Die Bilder oder auch Grafiken dürfen ausschließlich mit der Erlaubnis des Bildrechte-Inhabers genutzt und veröffentlicht werden. Er legt in der Regel auch fest, was eine Nutzung kosten soll und wer als Urheber und/oder Rechteinhaber des Bildes genannt werden muss. „Dass Bilder aus dem Netz kostenfrei und ohne Nennung des Fotografen oder anderer Bildrechteinhaber genutzt werden dürfen, ist nur selten der Fall”, betont Marcus Schmitt, Geschäftsführer von Copytrack. Mal eben bei Google nach Fotos zu suchen und sie für eigene Vorhaben zu verwenden, ist also keine gute Idee.

Google selbst weist darauf hin, dass die Bilder „eventuell urheberrechtlich geschützt sind“ und empfiehlt, die erweiterte Suche zu nutzen, über die „wiederverwendbare Bilder“ zu finden sind. Der Filter „Nutzungsrechte“ in der erweiterten Suche filtert Bilder heraus, die man laut Google lizenzfrei verwenden oder teilen darf. Trotzdem ist mit der Suche nach „wiederverwendbaren Bildern” nicht sichergestellt, dass die Suchergebnisse wirklich ohne Lizenz verwendet werden dürfen. Auch hier ist Vorsicht geboten.

Header_Bilderklau-vorbeugen-Bilderschutz

Verletzt Google mit seiner Bildersuche Urheberrechte?

Gemäß § 19a UrhG dürfen Bilder nur mit der Zustimmung des Urhebers genutzt werden. Google stellt aber mit seiner Bildersuche eine Sammlung von verlinkten Bildern zusammen, die dem Nutzer im Kleinformat – als Vorschaubild oder „Thumbnail“ – zur Auswahl angezeigt werden. Begehen Google und andere Suchmaschinen-Betreiber, die eine Bildersuche anbieten, damit massenhaft Urheberrechtsverletzungen?

→ 2010

Diese Frage beschäftigt den Bundesgerichtshof (BGH) schon seit vielen Jahren. 2010 wurde zunächst grundlegend darüber entschieden, ob die Darstellung der Ergebnisse der Google-Bildersuche eine Urheberrechtsverletzung darstellt. Nach den Grundsätzen des Urheberrechts hätte man das bejahen müssen, jedoch sieht der BGH die Urheber in der Verantwortung, ihre Bilder zu schützen. Schließlich können sie die Inhalte ihrer Seiten für Suchmaschinen unzugänglich machen, wenn sie eine Auflistung in den Suchergebnissen von Google nicht wünschen. Der BGH entschied sich also für eine Privilegierung von Suchmaschinenbetreibern auf Kosten der Urheber.

→ 2017

2017 war der BGH mit der Frage konfrontiert, ob Suchmaschinenbetreiber zumindest dann haften, wenn Dritte die Bilder ohne Erlaubnis der Urheber hochgeladen und für die Bildersuchen zugänglich gemacht haben. Auch hier hat das Gericht im Interesse der Suchmaschinenbetreiber entschieden und deren Verantwortung abgelehnt. Google darf also auch Bilder zeigen, die ohne Einwilligung des Urhebers online gestellt wurden.

→ 2018

Im Februar 2018 kam das Thema erneut zur Entscheidung vor den Bundesgerichtshof. Diesmal lautete die Frage, ob Suchmaschinenbetreiber den Inhalt von Webseiten, zu denen sie Verlinkungen setzen, auf Rechtmäßigkeit in Bezug auf die Verletzung von Urheberrechten überprüfen müssen. Der BGH hat hier erneut im Sinne der Suchmaschinenbetreiber geurteilt: Als mittelbarer Störer“ muss Google verlinkte Seiten nicht auf mögliche strafbare Inhalte prüfen. Nach Ansicht der Richter wäre das Internet ohne die Hilfestellung von Suchmaschinen „aufgrund der nicht mehr übersehbaren Flut von Daten“ für den Einzelnen nicht sinnvoll nutzbar.

Tatsächlich dient ja die Ergebnisliste der Bildersuche in der Regel lediglich dem schnellen Auffinden des gesuchten Bildes auf den verlinkten Webseiten und nicht unbedingt der tatsächlichen Nutzung.

Copyright Symbol

Immerhin: Google zeigt jetzt Meta-Daten

Fotografen können sich freuen: Die Google-Bildersuche zeigt jetzt direkt an den Bildern Metadaten zu Urhebern und Rechteinhabern. Um zu vermeiden, dass Nutzer die Bildersuche als Selbstbedienungsladen sehen und permanent Urheberrechte verletzen, hat Google Anfang 2018 nach einem jahrelangen Streit eine Lizenzvereinbarung mit Getty Images getroffen. Google hatte die Ergebnisse in seiner Bildersuche die Fotos immer weiter aus dem Kontext der Webseiten herausgelöst und sie immer größer gezeigt. Damit sah Getty seine Urheberrechte verletzt und legte bei der EU-Kommission Beschwerde ein: Google habe seine Marktmacht missbraucht und User hätten keinen Grund mehr, die Webseiten selbst zu besuchen.

Nach der neuen Vereinbarung hat Googles die Bildersuche verändert: Die Herkunft der Bilder wird deutlicher angezeigt und die Fotos werden nicht mehr so auffällig verlinkt. Direkt neben dem Bild kann man sich jetzt die Informationen „Creator“, „Credit“ und eine „Copyright Notice“ anzeigen lassen, sofern das hochgeladene Bild über diese Informationen verfügt. Bisher war es nur über mehrere Zwischenschritte möglich, an diese Informationen zu gelangen, jetzt genügt ein Klick auf das Feld „Image Credits“.

Die neue Bildersuche entstand im Rahmen einer Zusammenarbeit von Google, dem internationalen Dachverband der Bildindustrie CEPIC und dem IPTC, dem Weltverband von Nachrichtenagenturen und Zeitungen für die technische Normierung des Nachrichtenaustausches. Es soll auch eine Anleitung für Fotografen, Fotoagenturen und Verlage erstellt werden, die erklärt, wie Urheberrechts-Informationen in Bild-Metadaten aufgenommen werden.

Mann sitzt vor Laptop fragend

Schützt die neue Google-Bildersuche vor Bilderdiebstahl?

Das neue Feature ist ein Schritt in die richtige Richtung und stellt eine deutliche Verbesserung dar: Für Nutzer ist es jetzt wesentlich einfacher, an urheberrechtlich relevante Informationen zu gelangen und urheberrechtlichen Streitigkeiten gar nicht erst entstehen zu lassen. Möglicherweise wird sogar die allgemeine Wahrnehmung zu Bildrechtsfragen geschärft.

Der Bilddiebstahl wird durch die zusätzlichen Urheberinformationen in der Google-Bildersuche allerdings nicht verhindert werden können. Im Internet zugängliche Fotos werden weiterhin ohne Erwerb der Lizenz genutzt. Das ist nach wie vor ärgerlich für Fotografen, Bildagenturen und alle anderen Urheber oder Copyright-Inhaber. Allerdings steht ihnen mit Copytrack ein starker Partner zur Seite, um gegen Bilderdiebstahl effektiv vorzugehen. Die Copytrack- Suchmaschine findet zuverlässig geklaute Bilder im Internet und ermöglicht die internationale Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen.

Katze mit Schild "Ich klaue Bilder"

Google hat den Button „Bild ansehen“ entfernt – Schluss mit der Bilder-Piraterie?

Schön für Fotografen und Bildagenturen, weniger schön für Nutzer: Um den ungehemmten Bilderklau im Netz zu verhindern, hat Google im Februar 2018 eine wichtige Funktion der Bildersuche entfernt: den Button, mit dem man ein Bild bislang direkt öffnen und als Vollbild anzeigen konnte. Mit dieser Neuerung erhofft sich Google einen Rückgang der freien Verwendung von urheberrechtlich geschützten Werken.

Nachdem sich Google und Getty Images darauf geeinigt hatten, den Zugriff auf Bilder von Getty Images zu erschweren, weitet die größte Suchmaschine der Welt diese Änderung jetzt auf die gesamte Bildersuche aus. Seitenbetreiber können dadurch Urheberrechtshinweise deutlicher ausweisen. Nutzer werden auf die ursprüngliche Website geleitet und müssen das Bild entweder dort suchen oder es mit einem Klick auf die rechte Maustaste in einem neuen Tab öffnen.

Aber lässt sich das Problem des Bilderdiebstahls auf diese Weise lösen? Leider nicht, denn schließlich gibt es noch immer die Möglichkeit, das Bild in voller Auflösung zu öffnen und illegal zu nutzen. Dafür besucht man einfach die Seite, auf der es eingestellt ist, oder man teilt es über die sozialen Medien. Google hat schließlich kein Interesse daran, Nutzern die Bereitstellung von Informationen und Inhalten zu erschweren – das wäre eine Untergrabung des eigenen Geschäftsmodells, das darauf basiert, Inhalte öffentlich zugänglich zu machen.

Das Problem illegal genutzter Bilder ist also nach wie vor nicht gelöst. Google zeigt sich kooperativ und hat einen lohnenden Lizenz-Deal mit Getty Images gemacht. Statt der Bilder-Piraterie Tür und Tor zu öffnen, hat Google die Tür jetzt angelehnt. Mit ein oder zwei Klicks mehr geht es mit dem Bilderklau weiter wie gehabt. Fotografen und andere Rechteinhaber müssen sich immer noch selbst um den Schutz ihrer Urheberrechte kümmern.

Fotograf vor iMac

Eigene Bilder mit der umgekehrten Bildersuche finden ► perfekt gegen Bilderklau?

Wenn Nutzer einfach bei Google nach Bildern suchen können, ist es dann nicht auch möglich, dass Fotografen von dieser Funktion profitieren? Einfach ein Foto hochladen und schauen, wer es im Netz verwendet … Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Leider ist es tatsächlich eine Illusion.

Mit Hilfe der umgekehrten Bildersuche kann man laut Google „ein Bild als Basis für die Suche nach ähnlichen Bildern aus dem ganzen Web verwenden.“ Nicht mehr und nicht weniger. Diese reverse Bildersuche ist nicht dafür gedacht, Fotografen und anderen Urhebern die Suche nach Lizenzverstößen zu erleichtern, sondern sie zeigt ähnliche Bilder, Websites, auf denen das Bild enthalten ist und andere Größen des gesuchten Bildes.

Mit der umgekehrten Bildersuche von Google kann man sich einen groben Überblick darüber verschaffen, ob ein Bild auf anderen Webseiten genutzt wird. Der Haken: Die umgekehrte Google-Bildersuche findet nicht alle gestohlenen Fotos, vor allem dann nicht, wenn sie stark verändert wurden oder wenn nur Ausschnitte zu sehen sind. Die Rückwärtssuche ist außerdem sehr aufwendig, denn man muss jedes Foto einzeln suchen.

Bessere Methoden, illegal genutzte Bilder im Internet zu finden, bieten spezielle Bildersuch-Services wie TinEye und Copytrack – vor allen, wenn es um größere Bildersammlungen geht. Je nach Suchservice kann man mit Hilfe solcher Dienstleister tausende Fotos parallel suchen lassen und erzielt sehr viel präzisere Ergebnisse.

Weitere Informationen zum Thema Bilderdiebstahl finden Sie in unserem Leitfaden Geklaute Bilder finden.

Geschrieben von Dr. Daniela Mohr

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Über Copytrack

COPYTRACK wurde 2015 von Marcus Schmitt gegründet. Unser Service richtet sich an Fotografen, Verlage, Bildagenturen und E-Commerce-Anbieter und ermöglicht das kostenfreie Aufspüren von geklauten Bildern im Internet sowie die internationale rechtliche Durchsetzung.
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