Mein Weg mit Copytrack, ein Erfahrungsbericht | Christian Fischer
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Mein Weg mit Copytrack, ein Erfahrungsbericht | Christian Fischer

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Gastbeitrag zum Thema „Geklaute Bilder finden und nachlizenzieren lassen mit Copytrack“ von Christian Fischer

 

Fast jeder, die oder der Fotos macht und im Web zeigt, kennt es – leider: Man findet die eigenen Fotos auf irgendwelchen anderen Websites wieder. Die Gründe sind vielfältig. Oft wissen Menschen nicht, dass virtuelle Dinge, die man im Netz findet, nicht automatisch allen gehören. Oft wissen Menschen auch nicht, dass Fotos einen Urheber haben und man für die Nutzung eine Einwilligung oder Lizenz benötigt. Dennoch bedienen sich Menschen einfach an Bildern aus dem Netz, weil es alle tun und weil sie meinen, damit durchkommen zu können. Darüber hinaus ist das Web, gerade das sogenannte soziale, eine einzige große Kopiermaschine. Teile ich etwas bei Facebook, pinne ich es in mein Pinterest, binde ich ein Instagram-Bild in meinen Blogbeitrag ein – in allen Fällen erstelle ich eine Kopie oder schaffe zumindest eine weitere Veröffentlichung. Das ist ärgerlich, nicht nur, wenn man seine Bilder eigentlich verkauft. Vor allem Firmen, Agenturen, professionelle Blogger, die es eigentlich alle besser wissen müssten, begehen offenen Auges einen Diebstahl und bestehlen mich.

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Images Christian Fischer - 1

Ich könnte jetzt natürlich alle 2 Tage die Google Bildersuche anwerfen und für alle online veröffentlichten Bilder eine Suche starten. Aber mal unter uns: Auch Google findet nicht alles! Ich habe zum Beispiel rund 1000 Bilder auf flickr veröffentlicht, in meinem Blog geschätzt weitere 100 Bilder – wer möchte diese Menge an Fotos schon gerne einzeln prüfen?! Nun gibt es aber Dienste, die einem die Suche abnehmen. Bei einem hatte ich mich in der Vergangenheit schon einmal angemeldet – doch irgendwie habe ich dieses nicht ernsthaft weiterverfolgt, da dieser Dienst ab einer bestimmten Bildermenge kostenpflichtig wurde. Ich hatte zwar vollstes Verständnis dafür, dass auch der Suchdienst Geld verdienen möchte, aber ich konnte für mich nicht feststellen, ob sich ein kostenpflichtiger Account lohnen würde. Die Katze biss sich also in den Schwanz und ich meldete mich wieder ab.

Vor Kurzem stieß ich auf Copytrack. Zum einen betont Copytrack seinen eigenen Such-Algorithmus und zum anderen ist das Geschäftsmodell anders aufgebaut: Man zahlt nur, wenn eine unberechtigte Nutzung gefunden und erfolgreich nachlizenziert worden ist. Nur im Erfolgsfall bekommt Copytrack demnach eine Provision. Der komplette Ablauf einer Nachlizenzierung, also: Anschreiben, Angebot zur Nachlizenzierung, sowie evtl. der Klageweg wird dabei von Copytrack abgewickelt. Klang nachvollziehbar für mich. Und sehr attraktiv.

Nach der Anmeldung konnte ich meine Bilder hochladen. Bis zu 1000 Dateien waren möglich. Als mir das nicht reichte, hat ein freundlicher Mensch im Support das Limit sofort erhöht. Aber damit nicht genug: Bilder, die bei EyeEm liegen, müssen gar nicht erst hochgeladen werden, sondern werden direkt automatisch erfasst. (Ich hoffe, es kommen bald weitere Dienste dazu.)

Die ersten Meldungen über Fundstellen kamen schnell, schließlich verteile ich meine Bilder selbst großzügig an den verschiedensten Stellen im Web. Zu Beginn werden alle Seiten angezeigt, wo Copytrack eine Kopie gefunden hat. Man kann aber einzelne Bilder oder auch komplette Domains „whitelisten“, sodass sich die gefundenen Bilder bald reduzieren und man nur noch Treffer mit tatsächlicher Urheberrechtsverletzung angezeigt bekommt.

Copytrack verfolgt keine privaten Nutzungen – beispielsweise der private Familienblog, wo sich jemand aus Unwissenheit den schönen Sonnenuntergang als Artikelbild genommen hat. Es gibt sicher auch in dieser Gruppe Menschen, die im vollsten Wissen um den begangenen Diebstahl einfach alles nehmen, was ihnen die Bildersuche ausspuckt, aber ich denke, insgesamt ist das ein guter Weg.

Nach ein paar Wochen entdeckte ich beim Einloggen zwei neue Funde. Beides größere, eindeutig professionell und kommerziell betriebene Online-Portale, eins in der Schweiz, eins in Ungarn. Ganz ehrlich: Hätte ich das alleine zufällig entdeckt, hätte ich an dieser Stelle verärgert die Schultern gezuckt – obwohl, die Schweizer hätte ich vielleicht noch angeschrieben. Durch Copytrack konnte ich aber aus den Funden einen „Fall“ machen und sie direkt beauftragen, sich darum zu kümmern. Der Ablauf war logisch und immer transparent. Hatte ich einmal Fragen, konnte ich direkt bei Copytrack fragen. Aber auch Rückfragen des Fallbearbeiters, der sich um meine Bilder kümmerte tauchten dort auf. Auch die oft ängstlich gestellte Frage „Was kann/soll ich denn für ein Bild berechnen?“ haben wir dort freundlich beratend diskutiert. Ein Kritikpunkt: Schade, dass ich keine Zwischen-Benachrichtigungen bekam, so habe ich mich, während die Fälle liefen, sehr regelmäßig eingeloggt um nach Neuem zu sehen.

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Da Copytrack erst ein Angebot zur Nachlizenzierung mit einer entsprechenden Frist verschickt und weil bei Portale diese Frist bis zur aller letzten Sekunde ausnutzten, dauert das alles ein paar Wochen. Aber am Ende fand ich pro Fall je zwei PDFs in der Mail: Einmal den Beleg über die Nachlizenzierung und eine Rechnung von Copytrack über die Provision. Und noch überraschter war ich darüber: Das Geld war sogar am gleichen Tag auf meinem Konto.

Mein Fazit nach ein paar Monaten und zwei Fällen: Durchweg empfehlenswert. Googelt man nach Erfahrungsberichten, findet man in den entsprechenden Foren natürlich auch die Hilferufe: „Hilfe, eine Firma Copytrack hat mich abgemahnt“. In den Diskussionen fällt natürlich auch das Wort „Abmahnwahn“ – und auch ein Anwalt bietet konkret Hilfe gegen Copytrack. Ich finde aber, dass Copytrack mit seinem Weg, nur kommerzielle Nutzungen zu verfolgen, eine gute Lösung gefunden hat. Und für mich funktioniert das sehr gut: Ich zahle gerne Provision von Geld, das ich bekomme, statt kein Geld zu bekommen.

 



Author_Christian-Fischer

 

Mehr zu Christian Fischer finden Sie hier:

www.smalltown-snapshots.de
@smalltownsnapshots

Der Artikel erschien erstmals am 01.12.2017 auf dem Blog von Christian Fischer.